Nachhaltig beschaffen

Kernelement einer nachhaltigen Unternehmensführung ist die ökologisch und sozial vertretbare Beschaffung von Waren und Dienstleistungen. Wichtige Instrumente eines nachhaltigen Einkaufs sind:

1. Selbstauskunft/Selbstbewertung

1.1 Lieferantenfragebogen
Beispiele für einen Lieferantenfragebogen

1.2 Produktfragebogen

Dieser ist eine Abfrage umfangreicher Informationen

  • zur Herkunft
  • zu den verwendeten Rohmaterialien
  • zu bekannten Schadstoffen
  • zu vorhandenen Zertifizierungen und Siegeln

Je nach Branche, Beschaffenheit und Grad der Verarbeitung der eingekauften Produkte ergeben sich völlig unterschiedliche Fragekomplexe, so dass eine allgemeingültige Aufzählung nicht möglich ist.

2. Verhaltenskodex („Code of Conduct“)
Im Verhaltenskodex Ihres Unternehmens werden von Ihnen festgelegte Einkaufsprinzipien in konkrete Vorgaben für Ihre Zulieferer umgesetzt. Ziel ist, dass der Verhaltenskodex von allen Zulieferern verbindlich unterzeichnet wird und sich damit alle Akteure in der Lieferkette auf die Einhaltung der von Ihnen festgelegten sozialen und ökologischen Anforderungen verpflichten. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Aufbau auf Branchenstandards
  • Eigene Erstellung

3. Lieferanten-Audit vor Ort

Dazu gibt es prinzipiell 3 Möglichkeiten:

  • Internes Audit
  • Unabhängiges Audit
  • Abnehmer-Audit

3.1 Internes Audit:

  • Kontrolle durch einen dafür ausgebildeten Mitarbeiter des Zulieferers selbst
  • kostengünstigste, aber potenziell unsicherste Form
  • nur in Ländern mit unproblematischem Risikoprofil und bei professionell organisierten Zulieferern empfehlenswert.

3.2 Unabhängiges Audit:

  • Kontrolle durch eine unabhängige Organisation (spezialisierte Unternehmensform oder lokale Tochter international tätiger Zertifizierer)
  • feste Tages-oder sogar Pauschalsätzen inklusive der Reisekosten
  • standardisierter Auditbericht und Fotodokumentation der Fertigungsstätte
  • Vertrautheit eines lokalen Auditors mit den örtlichen Gegebenheiten und der Landessprache vorteilhaft für einen effizienten Auditprozess.

3.3 Abnehmer‐Audit:

  • Kontrolle durch einen dafür ausgebildeten Mitarbeiter des eigenen Unternehmens (Problem: lokaler Kontext und kulturelle Gegebenheiten)
  • Schließt Betrug bzw. Korruption weitgehend aus
  • Hohe Kosten durch erforderliche Schulung sowie –je nach Standort des Zulieferers –hohen Reisekosten

Quelle: Jürgen Schmidt, memo AG / terra institute

 

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Klimaschutz ist einzig wirtschaftlicher Weg

Der Jubel war groß, nachdem sich die Vertreter von 187 Staaten in Paris auf neue, verbindliche Klimaziele geeinigt hatten, die ein Erreichen des Ziels, die globale Erwärmung unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu drücken, erreichbar scheinen lassen.
Dass die Kosten des Nicht-Handels sehr hoch sind, hat der renommierte Ökonom Sir Nicholas Stern bereits 2006 in seinem Bericht an das britische Finanzministerium  festgehalten:  heute in Klimaschutz zu investieren kostet ein Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Nicht zu handeln hingegen kostet uns in Zukunft fünf bis 20 Prozent.

Der auf Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Ökonomie spezialisierte Prof. Karl Steininger von der Uni Graz hat kürzlich berechnet, dass der Klimawandel allein im kleinen Österreich jährlich bis zu 8,8 Mrd. Euro Schaden bis 2050 verursachen kann!   >> zur Studie

Wie können Unternehmen ihren Beitrag leisten? – Da gibt es viele Ansatzpunkte:

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Problemlösungs-Kompetenz entwickeln

Wie steht es mit der Problemlösungs-Kompetenz in der (Automobil-) Industrie?
Sehr schlecht, sagt der jüngst veröffentlichten Bericht “Quality 2020” der Automotive Industry Action Group. Die Problemlösungs-Kompetenz steht nämlich auf Platz 1 der Sorgen-Liste!
Auf Seite 5 zitiert der Bericht “If the industry is problem solving the same problems over and over again, that´s not problem solving, that´s problem fixing. Often, the attitude is find it and fix it, which means we´ve slipped from problem prevention to fire-fighting mode”.

Warum wird diese Kernkompetenz als unzureichend eingeschätzt? Dazu werden vier Bereiche aufgelistet:

  1. Fehlende Problemursachen-Analyse
  2. Lösungs-Hüpferei (keine Konstanz)
  3. Management- bzw. Unternehmenskultur
  4. Hudelei bei der Suche nach Lösungen

Dies korrespondiert sehr stark mit meinen eigenen Erfahrungen in der Industrie! „Hudelei“ hat in den Betrieben leider sehr oft Vorrang vor wirklich nachhaltigen Lösungen.

Der Bericht weist darauf hin, dass vor allem eine Kultur der Vorbeugung, der Fehler-Prävention zu entwickeln ist. Dazu braucht es neben gezielter Kulturentwicklung ein systematisches Training in KVP– und Six Sigma-Techniken.

Lesen Sie auch unsere Fallstudien zu diesen Themen.

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Nachhaltigkeitsberichte: kein nice-to-have mehr

Warum sind Nachhaltigkeits- bzw. CSR-Berichte immer wichtiger?

  • Die Gesetzgebung verlangt dies zunehmend (siehe Blog-Posting).
  • Die Konsumenten fragen immer mehr danach – siehe nachfolgendes Studienergebnis.

Das internationale Beratungsunternehmen Core Communiations hat mit dem Marktforscher Echo Research in einer breit angelegten Studie (Sample: gut 10.000 Verbraucher in den USA, Kanada, Brasilien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Russland, China, Indien und Japan) versucht, dieses gesteigerte CSR-Kundeninteresse in Zahlen zu gießen. Die Kernresultate der 2013 vorgelegten Untersuchung: 9 von 10 Konsumenten (genau 91 Prozent) erwarten von Unternehmen, dass sie über ihre CSR-Initiativen und -fortschritte regelmäßig berichten. Das zeigt deutlich auf, dass Nachhaltigkeits- bzw. CSR-Berichte kein „nice-to-have“ mehr sind, sondern vielmehr zunehmend ein „must-have“ werden!

Wir unterstützen Unternehmen mit folgenden Berichtsstandards:

  • GRI
  • ISO 26000 / ONR 192500 (siehe dazu das Seminarangebot der terra academy)
  • Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)
  • Gemeinwohl-Bilanz
  • Kombinationen dieser Regelwerke
  • unternehmensspezifische Berichtsstandards

Ähnliche Postings:

http://blog.lenz-consult.com/2015/06/csr-berichterstattung-in-eu-konkretisiert/

http://blog.lenz-consult.com/2014/01/685/

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Innovationskultur

Was sind die Elemente einer innovativen Unternehmenskurltur? 
In meiner empirischen Untersuchung bei 9 Dienstleistungsbetrieben haben sich folgende Erfolgsfaktoren gezeigt:
  • das offene Gesprächs- und Feedbackklima
  • das gute Betriebsklima
  • die Klarheit, an wen man sich mit Ideen wenden kann
  • das Vertrauen der Führungskräfte in ihre Mitarbeiter, was sich u.a. in Delegation von Verantwortung und Befugnissen sowie Gewährung von Freiräumen zeigt
  • dass Fehler als Lernchance gesehen werden
  • das Bewusstsein der Führungskräfte für die Bedeutung von Innovation
  • ausgeprägte Teamarbeit
  • die Würdigung von innovativen Leistungen
  • die Unterstützung der Führungskräfte für kreative und unternehmerische Mitarbeiter.

Mehr dazu erfahren Sie in meinem Buch „Innovationsmanagement von Einkaufszentren – (Wie) beeinflusst die Unternehmenskultur die Innovationsleistung von Einkaufszentren?“

Eine innovationsfördernde Unternehmenskultur kann systematisch entwickelt und optimiert werden! Dazu gibt es verschiedene Ansatzpunkte. Viele davon sind in meinem Buch angeführt – bezogen besonders auf Dienstleister, und am Beispiel von Einkaufszentren empirisch überprüft. Wir begleiten Unternehmen bei der Entwicklung einer Innovationskultur mit Methoden des Innovationsmanagements und der Personal- und Organisationsentwicklung.

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Erfolgsfaktoren für Gewinnung von Ingenieuren

 Eine aktuelle Studie des Center for Market Oriented Product and Production der Johannes Gutenberg Universität Mainz hat untersucht, welche Faktoren für ein deutsches mittelständisches Unternehmen zur Akquirierung und Bindung von Ingenieuren von zentraler Relevanz sind. Ergebnis: Ingenieure bevorzugen Arbeitgeber, die vor allem die Faktoren „Economic Value“, „Innovationskultur“ sowie „Corporate Social Responsibility (CSR)“ implementieren. Unternehmen sollten daher versuchen, neben einem attraktiven Vergütungssystem auch ökologische Aspekte und Nachhaltigkeitsfaktoren nicht zu vernachlässigen. Zudem sind, im Rahmen der Unternehmensbindung, ebenfalls die Implementierung eines attraktiven Vergütungssystems sowie die Ausrichtung sämtlicher Unternehmensaktivitäten an der Umwelt von zentraler Relevanz.

In der Studie wurden 152 Ingenieure befragt.
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Endspurt Umsetzung Energieeffizienzgesetz

In Österreich endet am 30.11.2015 eine sehr wichtige Frist. Große Unternehmen haben ihre Meldeplicht bei der Monitoringstelle zu erfüllen.

Dabei haben die Unternehmen zwei Optionen:

Entweder sie führen mindestens ein Mal alle vier Jahre ein externes Energieaudit für Gebäude, Prozesse und Transport durch. Hat sich das Unternehmen für diese Option entschieden, lädt es bis 30.11. 2015 den externen Energieauditbericht im Portal der Monitoringstelle hoch.

Oder sie weisen eine Zertifizierung nach ISO 14001, ISO 50001 oder EMAS plus ein internes oder externes Energieaudit nach.

Für große Unternehmen, welche noch nicht nach diesen Standards zertifiziert sind, ist das vermutlich die attraktivere Option. Denn dann genügt ein – weniger aufwändiges – internes Energieaudit, und die Zertifizierung ist sowieso in vielen Fällen (und zunehmend) ein Erfordernis seitens der Kunden. Außerdem hat man im Falle von ISO 14001 und EMAS nicht nur die energetische, sondern die gesamte Umweltsituation berücksichtigt. Auch für Ökoprofit-Unternehmen, welche ja schon über eine Umweltmanagementsystem verfügen, wäre das ein logischer nächster Entwicklungsschritt. Nicht zuletzt fördern einzelne Bundesländer den Aufbau eines Umweltmanagementsystems, so z.B. in Vorarlberg mit bis zu 7.800 €. Wir unterstützen gerne bei der Beantragung.

 

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Persönlicher Energiespeicher

Im Zusammenhang mit dem wichtigen Thema der Resilienz in Unternehmen bin ich auf das einfache, aber wirkungsvolle Tool „Persönlicher Energiespeicher“ (siehe Bild) gestoßen. In großen Veränderungsprozessen ist die Stärkung der persönlichen Resilienz, der Widerstandskraft besonders wichtig. Nein, nicht die Widerstandskraft gegen die Veränderung als solche ist gemeint! Aber jene Resilienz, die wir brauchen um mit den bei Wandelprozessen fast immer einhergehenden und meist unvermeidlichenden belastenden Situationen, Konflikten, Ungewissheiten, Wissens- und Kompetenzlücken gut umzugehen. Da ist es gut, zu überprüfen, wie es um den persönlichen „Energiespeicher“ steht. Denn ein gut gefüllter Energiespeicher hilft uns, Restrukturierungsprozesse mit den erwähnten belastenden Aspekten gut zu bewältigen.

Die nachfolgende Grafik regt dazu an, sich selbst (oder auch das eigene Team) zu fragen, welche organisationale, persönliche und teambezogene Faktoren den persönlichen (oder Team-) Energiespeicher füllen, und welche ihn leeren?  Im Anschluss an die Bestandsaufnahme der die eigene „Batterie“ füllenden und leerenden Faktoren werden konkrete Maßnahmen überlegt und festgelegt. Ein wichtiger Beitrag zur Psychohygienie sowohl aus persönlicher wie auch aus Sicht des Unternehmens! Auch kann ein „Minimalfüllstand“ des persönlichen Energiespeichers festgelegt werden. – Was braucht es mindestens, um leistungsfähig und gesund zu bleiben? Was hilft, damit dieser Minimalfüllstand nicht unterschritten wird?

persönlicher Energiespeicher

Quelle: Lufthansa Sozialberatung,Organisationsentwicklung 4/2014

 

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Praxistipp: richtige KVP-Stufe finden

Viele Firmen wollen ihren KVP systematisieren. Aber wie beginnen, wo anfangen? Ich habe ein praxiserprobtes Modell ausgearbeitet, das hilft, die richtige Einstiegsstufe für den KVP zu finden. Es macht ja keinen Sinn, als „KVP-Anfänger“ gleich schon komplexe Problemlösungsmethoden einzuführen, welche die Mitarbeitenden überfordern, und nicht die erwarteten Resultate bringen. Das Bild zeigt die 4 empfohlenen Stufen und gibt somit auch einen Prozess an: vom Shopfloor-Management bis zur U-Prozedur.

4-Stufen des KVP

Beim Start eines KVP-Prozesses wird man wohl am Besten mit Shopfloor-Management beginnen. Das umfasst z.B. Visualisierung von Kennzahlen, 5S-Programme, tägliche Kurzbesprechungen am Morgen mit Aufzeichen von Verbesserungspotentialen. Darauf aufbauend kann der Blitz-KVP aufsetzen – er eignet sich für die selbstständige Lösung einfacher Probleme im eigenen Bereich, und ist eine einfache Visualisierung des PDCA-Zyklus. Da der Blitz-KVP intuitiv verständlich ist, braucht es nur eine Kurzschulung „on-the-job“. Komplexere Probleme, die oft abteilungsübergreifend sind, geht man sinnvollerweise mit einem Qualitätszirkel an. Um ergebnisorientiert in einem solchen zu arbeiten, ist eine ein- bis mehrtägige Schulung notwendig, welche die „7 Q-Tools“ (und ggf. andere Problemlösungsmethoden) sowie den grundlegenden, mehrschrittigen KVP-Prozess vermittelt. Wird die Durchführung von Qualitätszirkeln flächendeckend ausgerollt, ist die Einsetzung eines KVP-Koordinators sinnvoll, welcher die einzelnen Q-Zirkel koordiniert. Bei größeren Firmen ist das oft eine eigene Stelle. Kommt man mit konventionellen Problemlösungsmethoden nicht weiter, weil es bei der Kommunikation, der Unternehmenskultur, beim persönlichen Verhalten „klemmt“, ist die U-Prozedur die erste Wahl. In diesem Tagesworkshop findet eine integrierte Prozess- und Teamentwicklung statt. Blockaden im Bereich der Kommunkation, des Verhaltens, der „geheimen Spielregeln“ im Bereich werden erkannt und beseitigt. Die U-Prozedur kann im Rahmen einer Schulung erlernt werden.

Für alle 4 Stufen des KVP bieten wir Inhouse-Schulungen an.

 

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CSR-Berichterstattung in EU konkretisiert

Wie schon mehrfach berichtet: alle EU-Betriebe > 500 MA und bei denen es ein öffentliches Interesse gibt (Energie- und Wasserversorger, Banken, Versicherungen, Telekom-Anbieter,…), müssen ab 2017 in ihren Geschäftsberichten nicht nur ihre betriebswirtschaftliche Bilanz legen, sondern auch sogenannte „nichtfinanzielle Erklärungen” über ihre CSR-Aktivitäten im Anhang zum Jahresabschluss anführen. Das umfasst Angaben zu Umweltschutzmaßnahmen, internen Ethik-Regeln, Nachhaltigkeit, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, Diversität, Achtung von Menschenrechten und insbesondere Erläuterungen über die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Nun gibt es Konkretisierungen dieser EU-Richtlinie.

Zwar sind die Unternehmen in der Art der Berichterstattung grundsätzlich frei, aber sie müssen ihre CSR-Konzepte inhaltlich nicht nur ausführlich darlegen sondern auch über die entsprechenden Due Diligence – also einer Prüfung auf Herz und Nieren – und deren Ergebnisse
Rechenschaft ablegen. Tun sie das nicht, muss in der nichtfinanziellen Erklärung zumindest genau begründet sein, warum. „Explain or comply”, heißt das im Fachjargon. Bis spätestens 6. Dezember 2016 will die EU-Kommission „unverbindliche Leitlinien zur Methode der Berichterstattung vorlegen. Experten erwarten, dass sich diese an den Modellen der „Global Reporting Initiative„, der ISO-Norm 26000 („Leitfaden gesellschaftlicher Verantwortung”) oder den „OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen“ orientieren werden. Sehr wahrscheinlich wird auch die Gemeinwohlbilanz der Gemeinwohl-Ökonomie eine wichtige Rolle bei der Berichterstattung spielen.

Aber bereits jetzt ist klar, dass im Mittelpunkt des CSR-Reportings die sogenannten „wesentlichen Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens einschließlich seiner Geschäftsbeziehungen, seiner Erzeugnisse oder seiner Dienstleistungen sowie die Handhabung dieser Risiken” stehen werde. Ein klarer Bezug zum Risikomanagement.

Quelle: profil

 

In diesem Zusammenhang interessante Seminare:

 

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