ISO 9001: 40% Änderung

Im Herbst 2015 wird die neue Revision der ISO 9001, des mit Abstand am wichtigsten und meist eingesetzten Managementstandards, herausgegeben. Aus diesem Grund startet hiermit eine kleine Newsletter-Serie zu den wesentlichsten Neuerungen in der Norm. Denn aus meiner Sicht ändert sich nicht nur 40% (!) des Texts, sondern auch substantiell eine Menge!

So wurde der Prozessansatz vertieft, der bekannte PDCA-Zyklus ist dessen Basis.

Die Anforderungen an die Leitung wurden vertieft und erweitert:  Führung, Kommunikation, Commitment der Leitung, Kundenfokus und Veränderungsmanagement haben eine höheren Stellenwert. Damit vollzieht die Norm die veränderte Geschäftswelt nach: Globalisierung, erhöhte Komplexität und Geschwindigkeit, Digitalisierung, Notwendigkeit eines professionellen Risikomanagements und der umfassenden Stakeholder-Berücksichtigung.

Zu letzerem: der Kontext in dem die Firma steht und alle das Managementsystem beeinflussenden Stakeholder (neben Kunden, Lieferanten, Mitarbeitenden können das auch die Gemeinde, der Staat, die Rechtssituation, Anreiner etc. sein – Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sind hier auch hochrelevant!) müssen bestimmt, und die Stakeholder-Anforderungen angemessen berücksichtigt werden – das als laufender Prozess und nicht nur einmalig. Die relevanten QM-Verfahren sind hier z.B. die Planung des QM-Systems und das Managementreview, aber auch Strategieprozesse.

ROCK“ ist ein praktisches Merkwort für die Schwerpunktbildung in der Norm: Risks, Opportunities, Changes, Knowledge. Mithin geht die Norm stärker in eine systemische Sichtweise, was sicher zu begrüßen ist. Ein sog. „risikobasierter Ansatz“ ist ausdrücklich gefordert – es muss aber keinen formellen Risikomanagementprozess geben. Dieser Ansatz zieht sich durchgängig durch die Norm: Bewertung von Kontext-, Produkt-, Prozess-, Lieferantenrisiken etc. Die relevanten QM-Verfahren sind hier z.B. Projektreviews, FMEA, Prozessentwicklung, Prozessänderungen, Lieferantenauswahl, Lieferantenaudits und -bewertung. Statt von „Vorbeugung“ spricht die Norm nun vom risikobasierten Ansatz: Risiken und Chancen sollen erkannt und bewertet werden.

Diese Reihe wird im Februar fortgesetzt.

Ein Kommentar

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