Archiv für die Kategorie ‘Führung’

Die “5 Warum”

Freitag, 06. Januar 2012 von Günter Lenz

Diese sind ein effizientes Hilfsmittel zur Problemlösung.  Sie stehen im Zentrum des Toyota-Produktions­systems. Basis der “5 Warum” ist die Erfahrung, dass hinter den offen­sichtlichen Symptomen eines Problems sehr wenige tiefere Ursachen liegen, die durch eingehende Untersuchungen und durch hartnäckiges (!) Hinterfragen aufge­deckt werden können. Vereinfacht gesagt besteht die Methode im fünfmaligen Fragen nach der (eigentlichen, nicht vordergründigen) Ursache.

(Bildquelle: www.wandelweb.de)

Nun ist es leider eine Erfahrung, dass die „5 Warum“ in der Problemlösung selten (oder unprofessionell) angewendet werden.  Warum? Ist es eine Frage der richtigen Methode oder der Einstellung, benötigen die “5 Warum” ein bestimmtes Umfeld? Wahrscheinlich ist es zuerst eine Frage der richtigen Einstellung und weiters eine des geeigneten Umfeld – d.h. weniger eine solche der (eigentlich simplen) Methode.

Die 5 Warum anwenden
So einfach die „fünf Warum“ sein mögen, ihre Anwendung ist unter Bedingungen mit Druck und schnellen Schuldzuweisungen nur schwer möglich. Sie brauchen die richtige Einstellung und das richtige Umfeld für ihre Anwendung:

  1. Die Grundeinstellung, dass die Ursachen von Problemen durch sorgfältige Untersuchungen und durch hartnäckiges Hinterfragen geklärt werden können, muss von den Führungskräften eingebracht und verkörpert werden. D.h. die Führungskräfte müssen Vorbild bei der Problemlösung sein.
  2. Die Führungskräfte selbst müssen sich die Zeit nehmen, ihre eigenen Probleme wiederholt auf diese Weise zu hinterfragen und zu lösen.  D.h. die Führungskräfte müssen sich mit den Methoden der systematischen Problemlösung selbst kundig machen.
  3. Die Mitarbeiter müssen von den Führungskräften wiederholt die Zeit und die Aufgabe bekommen, dasselbe zu tun.

Erst dann wird sich die Anwendung der “5 Warum” entwickeln und verbreitern. Umgekehrt liegen die Gründe für Nichtanwendung der “5 Warum” meist im Fehlen eines dieser Punkte. Zusammenfassend: es ist eine Frage der gelebten KVP- und Führungskultur. Nicht zuletzt diese steht im Zentrum meines Seminars “KVP-Moderatorentraining“.

Ich bin gespannt auf Rückmeldungen: wer hat Erfahrungen mit den “5 Warum”? Und welche Art sind diese?

Changeinstrument für alle Ebenen

Freitag, 30. September 2011 von Günter Lenz

Vor einer Woche führte ich zusammen mit einer Kollegin 25 Kunden bzw. Geschäftspartner im Rahmen eines Tagesseminar in Presencing bzw. d. “Theorie U” ein. Das Echo auf unsere Einladung war also sehr groß! Das ist kein Wunder, denn auch Führungskräfte und Experten, welche Presencing nicht/wenig kennen, erkennen wohl intuitiv das enorme Potential darin.

Was mich unter anderem an Presencing fasziniert, ist die Anwendungsmöglichkeit auf allen 4 relevanten Ebenen:

  • Individuum
  • Gruppe, Team
  • Organisation, Unternehmen
  • Gesellschaft.

D.h. mit EINEM Ansatz für Veränderung, Entwicklung und Innovation ist Zukunftsgestaltung für alle 4 Bereiche möglich! Und: diese “soziale Technik” ist wirklich durchgängig entwickelt, und theoretisch bzw. durch Forschungsergebnisse gut begründet. Der Einsatzbereich erstreckt sich vom Coaching (Stunden) über Teamentwicklung (Wochen) bis hin zu komplexen Changeprozessen (Monate).

Hier eine Präsentation, ein “Crash Kurs” zur Theorie U:
View more presentations from Günter Lenz.

2012 biete ich mit meiner Kollegin einen vierteiligen Weiterbildungsweg an: Just U it.

Effektiv entscheiden

Donnerstag, 07. Juli 2011 von Günter Lenz

Das ist eine der wichtigsten Fähigkeiten von Führungskräften. Aber auch von Experten und Fachkräften. Denn fast täglich müssen mehr oder weniger weitreichende Entscheidungen getroffen haben. Aber wie gelingen gute und effektive Entscheidungen? Es liegt auf der Hand: wenn unsere 3 Kernressourcen “Hirn, Herz und Bauch” bewusst eingesetzt werden. Das auch im Sinne einer nicht nur schnellen, sondern auch ausgewogenen Entscheidung. Einige Gedanken dazu:
Entscheiden mit Hirn: Nutzen der rational-intelektuellen Kapazität, der “mentalen Intelligenz”, “Fachkompetenz”. Die bekannten Problemlösungstechniken wie Nutzwertanalyse und Metaplan-Technik haben hier ihren Platz. Aber auch Phasenmodelle der Entscheidungsfindung.
Entscheiden mit Herz: sich mit anderen im Dialog verbinden, auf andere mit offenem Herzen hören, unvoreingenommen den Argumenten zuhören = Aktivierung der “sozialen Kompetenz / Intelligenz”. Die Übung der Kommunikation und des empathischen Dialogs hat hier ihren Platz.
Entscheiden mit dem Bauch: intuitiv entscheiden, mit dem berühmten “Bauchgefühl”, oft wohl auf der Basis von viel Erfahrung. Das ist die schnellste Art der Entscheidung, oft auch die, die nachträglich durch den “Kopf” rational gerechtfertigt wird… Aber auch die Intuition kann irren!

Effektive Entscheidungen sind wohl ausgewogene, bei denen Kopf, Herz und Bauch gleichermaßen im Spiel sind.
Ich frage mich, ob die “Hand” als 4. Element ein wichtiger Entscheidungsansatz ist? Gleich tun, und dann mal schauen….

Welche Erfahrungen gibt es mit guten Entscheidungen?

Teamarbeit ohne Mystifizierung

Samstag, 24. Juli 2010 von Günter Lenz

Teamentwicklung muss heute mehr sein als Kuschelpädagogik.  Es ist immer wieder enttäuschend zu sehen, wie viel Energie in sinnlose Teamentwicklung investiert wird.  Das stellt der mir persönlich bekannte Unternehmensberater und Coach Jürgen Peterke in seinem Newsletter fest. In seinem Beitrag beleuchtet er das Thema Teamarbeit – aber eben ohne Mystifizierung des “Teamgedankens”. Weiters geht er auf das sog.  X-Team ein, welches ein spannendes Konzept für Hochleistungteams ist. Traditionelle Teamentwicklung wird den X-Hochleistungsteams gegenüberstellt. Ein lesenswerter Artikel! Hat jemand Erfahung mit X-Teams oder ähnlichen Teamkonzepten?

Coaching spürt keine Krise

Donnerstag, 15. Juli 2010 von Günter Lenz

Das ist ein wichtiges Ergebnis der Coaching-Befragung 2010 der Trigon Entwicklungsberatung.  Aus Sicht der befragten Coaching-Kunden nennen 51 Prozent, dass die Wirtschaftskrise gar keine Auswirkung auf Coaching hatte. 14 Prozent sprachen von reduziertem/weniger Ausbildungsbudget, fehlenden Mitteln und Kosten sparen. 9% meinten sogar, dass die Krise positiv mit kreativen Wegen und verstärkter Bedarf einher geht. Bei 7% stehen komplexer werdende Situationen und geänderte Themen Ansprüche im Vordergrund. Bei den PersonalentwicklerInnen nennen 62 % gleichbleibende Nutzung und unverändertes Budget, 22 % geben geringere Nutzung und reduziertes Budget an, während 11 % sogar eine vermehrte Nutzung und erhöhtes Budget ins Treffen führen.

Details: Coaching Befragung 2010

Ich habe meine Coaching-Ausbildung bei Trigon gemacht, genauso wie meine 2. Organisationsentwicklungs-Ausbildung.

Die Kata des Weltmarktführers

Donnerstag, 15. Juli 2010 von Günter Lenz

Auch wenn Toyota dzt. negative Schlagzeilen macht: in Sachen Produktivität, Effizienz und kontinuierliche Verbesserung ist Toyota immer noch unangefochtener Weltmarktführer im Automotivbereich – und darüber hinaus. Die aktuellen Qualitätsprobleme rühren von daher, dass Toyota sein extremes Wachstum (wurde in relativ kurzer Zeit der mit Abstand grösste Autohersteller der Welt) nicht ohne “Schrammen” verkraftet hat, bzw. dies zu Lasten der Qualität ging. Ich bin mir ganz sicher, dass Toyota wieder zu seiner ursprünglichen unschlagbaren Qualitäts- und Kaizenphilosophie zurückkehrn wird. Denn diese hat das Unternehmen so erfolgreich gemacht: die Kata (= eine Verhaltensroutine) der kontinuierlichen Verbesserung (= Kaizen) und des Coachings der Mitarbeiter für diese.

Mike Rother beschreibt in seinem sehr empfehlenswerten Buch diese Kata: Die Verbesserungs-Kata (wie Toyota seit den 1950er-Jahren Effizienz, Produktivität, Qualität kontinuierlich verbessert) und die Coaching-Kata (wie Toyota die Mitarbeiter anleitet, die Verbesserungs-Kata täglich (!) anzuwenden). Es wird in diesem Buch sehr deutlich: Kaizen ist viel mehr als die Anwendung von KVP-Methoden, es geht um einen Kulturwandel! Beim KVP-Training im Oktober werde ich neben den FastImprove-Methoden auch eingehend auf diesen Kulturwandel und die beiden Katas eingehen.

Ergänzung: Interview mit Mike Rother

Freiräume für Innovationen

Mittwoch, 12. Mai 2010 von Günter Lenz

In jeder Studie steht bei der Frage, was denn zur Verbesserung der Innovationskultur getan werden müsse, der Begriff “Freiraum”   im Zentrum der Antwort. Wer Freiraum sagt, meint die Möglichkeit zur Eigeninitiative – nämlich für innovative, kreative Köpfe im Unternehmen. Voraussetzung dafür: das Beseitigen von Barrieren. Die grösste Barriere ist die Hierarchie, die zu viel, zu schnell, zu eng kontrolliert, anordnet, überwacht. Daher braucht es in innovativen Organisation flache Hierarchien – d.h. Führungskräfte mit größerer Führungsspanne. Warum? – Weil dann die Führungskräfte “gezwungen” sind, den Mitarbeitern Freiräume zu lassen, sie haben nämlich gar keine Zeit für übermäßige Kontrolle. Die Führungskraft sorgt dann “nur” für die Ziele, die richtigen Rahmenbedingungen, und die nötigen Ressourcen. Die Mitarbeiter haben dann genug Freiraum, um kreative Lösungen zur Zielerreichung zu finden. Und sind dafür motivierter, denn Vertrauen und Verantwortung ist ein unglaublicher Motivationsfaktor!

Angeregt durch das Buch “Innovationskultur: Vom Leidensdruck zur Leidenschaft” von Jaworski/Zurlino

Wirkungsvolle Fragen

Dienstag, 20. April 2010 von Günter Lenz

Der Managementguru Peter Drucker soll von sich behauptet haben, dass seine größte Stärke als Berater seine Ignoranz und seine Fragen seien.  Gute Fragen richtig zu stellen ist denn auch eine Kernkompetenz von wirkungsvollen Beratern  und Führungskräften sowie Projektleitern. Doch die richtige Frage zur richtigen Zeit, in der richtigen Form, an die richtige Person zu stellen (und deren Antwort richtig einzuschätzen) ist eine permanente Herausforderung in der Beratungs- und Führungsarbeit. In der neuesten Zeitschrift ZOE findet sich eine praktische Zusammenstellung ”guter Fragen”. Inklusive ”Animation” und weiterführenden Links!